Philboards Philippinen Foren: Ausheilen von kleinen Wunden - Philboards Philippinen Foren

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Ausheilen von kleinen Wunden

#1 Mitglied ist offline   blacky 

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Geschrieben 17 August 2006 - 17:12

Hallo zusammen

Auch in den Tropen gibt es ab und zu mal durch Unachtsamkeiten o.ä. kleine Verletzungen. Hier in Europa ist das einfach - desinfizieren, 3 Tage warten und geheilt ist.

Auf den Philippinen ist mir aber aufgefallen, dass die Wunden sehr langsam heilen, d.h. die Haut nur langsam wieder zusammenwächst. Ich vermute, wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und der Hitze?

Ich bin jeweils nach meinen Reisen froh, diese kleinen Wehwehchen in der Schweiz auszukurieren.

Gibt es einen Trick, wie man kleine Wunden in den Tropen rasch behandeln kann, damit sie sich wieder verschliessen? Ist sonst ja auch für Insekten ein Leckerbissen, mit dazugehörigem Infektionsrisiko :angry:


Gruss
blacky
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#2 Mitglied ist online   jump2004 

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Geschrieben 17 August 2006 - 17:39

Beitrag anzeigenblacky sagte am 17 08 2006, 18:12:

Auf den Philippinen ist mir aber aufgefallen, dass die Wunden sehr langsam heilen, d.h. die Haut nur langsam wieder zusammenwächst. Ich vermute, wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und der Hitze?


... interssantes Thema und ich wundere mich, dass es noch nicht früher aufgekommen ist.

Diese Erfahrung habe ich auch gemacht.
Zunächst heilen die Wunden langsamer als hier im Heimatland, und dann ist auch generell das Infektionsrisiko grösser.

Ich hatte vor ein paar Jahren eine winzige Schürfwunde an der Ferse. Ich habe mir aus dieser kleinen Wunde nicht viel gemacht; hier in D verheilt sowas immer sehr zügig. Als ich wieder zurück in D war, kriegte ich nach einen paar Tagen einen dicken Fuss.

Als ich ein ähnliches Problem auf den Phils hatte, hat mir eine philippinische Frau Doktor das Phänomen folgendermassen erklärt:

Jedes Land/Kontinent hat unterschiedliche Bakterienstämme in der Umwelt. Wenn man nun in D aufwächst, hat man als Kind, bedingt durch öftere Verletzungen, das Immunsystem auf diese heimatlichen Bakterien aufmerksam gemacht, so dass das Immunsystem auch im höheren Alter diese Art von Bakterien im Griff hat.

Wenn man sich nun auf der Phils sich verletzt und Bakterien eindringen, sind diese Bakterien dem Immunsystem zunächst unbekannt und eine verspätete Reaktion kann dann zur Infektion führen.

Ich finde dies logisch; weiss aber nicht, ob dies den wissenschaftlichen Erkenntnissen standhält.

Vielleicht ist ein Arzt oder medizinisch gebildeter unter uns, der dies bestätigen kann oder nicht.

j
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#3 Mitglied ist offline   Dieter7777 

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Geschrieben 17 August 2006 - 18:05

Ich hatte auch mal eine kleine Wunde am Knöchel, die ich nicht beachtete und am nächsten Tag einen geschwollenen Fuß. Einer meiner Schwäger, Tricyclefahrer, sagte mir, da hilft nur Antibiotikum. Er besorgte mir Amoxicillin, in der Apotheke für wenige Pesos frei verkäuflich. Ich schluckte das Zeug und innerhalb von drei Tagen war mein Fuß wieder okay und die Wunde geschlossen.

Das kanns ja aber auch nicht sein, bei jeder Wunde Antibiotika zu schlucken. Ich denke, hilfreich ist schon eine sofortige Desinfektion. Anschließend ist es sicher zweckmäßig, mit einem Pflaster die Wunde vor Insekten zu schützen, oder? Was macht Ihr? Oder hat sich Euer Immunsystem schon auf die philippinischen Bakterienstämme eingestellt?
Nette Grüße
Dieter.
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#4 Guest_Poseidon_*

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Geschrieben 18 August 2006 - 00:49

Hier haben viele Leute Aloe Vera in ihren Gärten. Ich habe die besten Erfahrungen damit in der Wundbehalndung gemacht und das ist etwas ganz natürliches.

Schneidet ein kleines Stück vom Blatt ab, der Länge nach aufschneiden und das farblose Gel hersuschaben (ich mache er mit einem Wattepad) und auf die Wunde auftragen.

Aufpassen muß man nur, daß man nicht den grünen Blattinnenteil mit herauskratzt. Der ist giftig.
0

#5 Mitglied ist offline   Angel007 

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Geschrieben 18 August 2006 - 02:52

Mit 2 Kinder und ein paar Jahre Asien kann ich auf ein paar Erfahrungen zurueckblicken.

Bei Wunden sollte man folgendes tun :

1. Wunde zuerst mit HYDROGEN Peroxide saeubern. Es "brennt" den Dreck und letzte Hautfetzen aus. Gibt es in jedem Drugstore oder besseren Supermarkt. Kostet um 20 Pesos

2. Die Wunde dann mit Betadine desinfizieren. Abhaengig von Wunde sollte man dies 2-4 taeglich tun. Gibt es in jedem Drugstore oder besseren Supermarkt. Kostet um 50 Pesos

3. Ist die Wunde groesser kann man praeventiv Antibiotika schlucken z.B. Amoxicillin 250 mg oder 500 mg. Den Wundrand beobachten. Sollte sich die Roetung sich weiter ausweiten, sofort zum Arzt.

Bei Einnahme von Antibiotika KEIN Alkohol trinken, da der Alkohol die Wirkung von Antibiotika aufhebt. Dies gilt insbesondere wenn man Antibiotika fuer eine "laufende Nase"**) :o einsetzt!!!!!!!!


Bei Wunden sollte man folgendes NICHT tun:

Die Wunden keinesfalls mit Pflaster, Verband abdecken, auch sollte man auf fettreiche Wundcreme verzichten. Unter dem Pflaster/Verband/Creme entsteht ein guenstiges Klima (dunkel und warm) fuer Bakterien.

**) Hoffentlich editiert mir die Admin diesen Ausdruck nicht weg. Sorry bessere Umschreibung fiel mir nicht ein. :puuuuuhhh:
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#6 Mitglied ist online   f.k. 

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Geschrieben 18 August 2006 - 06:07

Beitrag anzeigenDieter7777 sagte am 17 08 2006, 19:05:

Das kanns ja aber auch nicht sein, bei jeder Wunde Antibiotika zu schlucken. Ich denke, hilfreich ist schon eine sofortige Desinfektion. Anschließend ist es sicher zweckmäßig, mit einem Pflaster die Wunde vor Insekten zu schützen, oder? Was macht Ihr? Oder hat sich Euer Immunsystem schon auf die philippinischen Bakterienstämme eingestellt?
Nette Grüße
Dieter.


Nicht schlucken - eine gängige Behandlungsmethode auf den Phils ist es die Kapsel aufzubrechen und das Pulver drekt auf die Wunde zu geben - soll radikal und schnell wirken. Ich hatte noch nicht das Vergnügen es auszuprobieren.

Gruss, Florian.

Nachtrag, das mit den unterschiedlichen Bakterienstämmen stimmt - so beim Trinkwasser. Auch wenn das wasser gut ist kann es manchen durch andere Bakterien zum Problem werden. Wer immer "steril" lebt hat da grosse Schwierigkeiten, wer schon mit vielen verschiedenen Bakterien in Kontakt war kann es leichter verdauen. Ich habe früher viel in der Landwirtschaft (im Stall und auf dem Feld) sowie später im Rettungsdienst gearbeitet - bei beiden kommt man mit reichlich verschiedenen Bakterien in Kontakt. Das Brunnenwasser von Leyte kann ich problemlos in grossen Mengen trinken. Freunde die ansonsten genauso gesund sind wie ich hatten bereits bei kleinen Schlücken dieses Wasser Tagelange Probleme.
Ich denke Wundheitung und Reaktion auf Wasser haben beide mit Bakterien zu tun und der Körper kann sich an diese Bakterien gewöhnen, es braucht eben nur die richtige Dosis wie bei Lebendimpfungen auch.
0

#7 Mitglied ist offline   mindoro 

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Geschrieben 18 August 2006 - 06:57

Ein feister Mittelstrahl soll Wunder wirken....
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#8 Mitglied ist offline   URi 

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Geschrieben 18 August 2006 - 07:46

Beitrag anzeigenangel007 sagte am 18 08 2006, 3:52:

3. Ist die Wunde groesser kann man praeventiv Antibiotika schlucken

Das ist der Grund,w arum immer mehr Bakterienstämme resistent werden. Dieses "präventiv"-Schlucken ist das schlimmste, was man tun kann (IMHO). Wenn ein Arzt Antibiotika verschreibt, okay. Es gibt mittlerweile schon so viele resistente Bakterienstämme, dass immer härtere Hämmer verschrieben werden müssen. Ich habe sogar schon gelesen, dass es mittlerweile Stämme gibt, die Antibiotika sogar zum Stoffwechsel brauchen!!! :blink:

Beitrag anzeigenf.k. sagte am 18 08 2006, 7:07:

Nachtrag, das mit den unterschiedlichen Bakterienstämmen stimmt - so beim Trinkwasser. Auch wenn das wasser gut ist kann es manchen durch andere Bakterien zum Problem werden. Wer immer "steril" lebt hat da grosse Schwierigkeiten, wer schon mit vielen verschiedenen Bakterien in Kontakt war kann es leichter verdauen.

Kann ich nur bestätigen. Einer meiner Cousins wurde von seiner Mutter dermasen verhätschelt (Sandkasten spielen? Hände schmutzig? Gleich waschen und ja nicht einen Apfel vom Baum essen, der bekam sie sogar geschält), dass er heute zig Allerigien hat und sehr häufig krank ist. Ich und mein Bruder spielten als Kinder im größten Schlamm, haben auf den Feldern rings um unser Haus Äpfel, Erdbeeren, Brombeeren, etc. direkt "mit Dreck und Speck" gefuttert und ich habe auch heute kaum mal Probleme.
Kleinere Wunden (auch auf den Philippinen) verheilen bei mir recht schnell. Infektionen sind sehr, sehr selten. Was natürlich nicht heissen soll, dass ich gegen alles Immun bin, aber ich fange erst dann mit Medikamenten oder sowas an, wenn es sein muss und nicht prophylaktisch. Ruhig mal 2, 3 Tage Fieber in Kauf nehmen und dem Körper erlauben selbst damit fertig zu werden. Ist so was wie Training...
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#9 Mitglied ist offline   Dombo 

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  Geschrieben 18 August 2006 - 07:52

Beitrag anzeigenURi sagte am 18 08 2006, 8:46:

Ruhig mal 2, 3 Tage Fieber in Kauf nehmen und dem Körper erlauben selbst damit fertig zu werden. Ist so was wie Training...
Was einen nicht umbringt man einen nur härter! :ph34r:

Mir fällt auf das die Ärzte auf den Philippinen schnell und oft Antibiotika verschreiben!

Ich habe mir schon abgewöhnt mich an den zahlreichen Mückenstichen (bevorzugt an den Käsefüßen!) zu kratzen weil sich das entzünden könnte. Bedarf aber einiger Selbstkontrolle, aber nach einer gewissen Zeit gehts.
Besser jedenfalls als Antibiotika zu schlucken und dann auf das tägliche Bierchen zu verzichten! :D

Dombo
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#10 Mitglied ist online   f.k. 

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Geschrieben 18 August 2006 - 07:54

Beitrag anzeigenURi sagte am 18 08 2006, 8:46:

ganzer Beitrag


"Alles was uns nicht sofort umbringt dient der Abhärtung" Quelle unbekannt

Wenn wir Kinder im Dreck gespielt haben hat mein Opa immer gesagt "3 Pfund Dreck braucht der Mensch pro Jahr - muss es denn alles an einem Tag sein?" B)

Sofort zu starken Medikamenten zu greifen ist sicher nicht die Richtige Entscheidung, der Körper verliert dann die Fähigkeit sich selbst zu verteidigen. Auf den Philipinen habe ich des öfteren mitbekommen und miterlebt wie mittels Massagen den kleineren Übeln begegnet wurde - mit Erfolg. Bei Wunden hilft das natrlich nicht.

Gruss, Florian
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